Unternehmen in der Verantwortung
Die klassischen Produktionsketten der Textilindustrie sind voller sozialer Ungerechtigkeiten und negativer Umweltauswirkungen:
- Kinder bestäuben in Indien stundenlang hybride Baumwollpflanzen.
- Uiguren werden in China zur Arbeit auf Baumwollfeldern gezwungen.
- Marode Dampfkessel sprengen in Bangladesch mehrstöckige Nähereien in die Luft.
- Pestizide auf den Baumwollfeldern ruinieren die Ackerböden, synthetische Dünger geben ihnen den Rest.
Die Liste von Menschen- sowie Arbeitsrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen in Ländern der Textil- und Bekleidungsproduktion ist lang – und geht zu Lasten der schwächsten Glieder einer langen Lieferkette.
Ausbeutung? Nein Danke!
Dibella hat sich bereits vor vielen Jahren für einen Ausstieg aus den ausbeuterischen Systemen in Asiens Textil- und Bekleidungsindustrie entschieden. Seither stellen wir sukzessiv auf Fasern und Textilien aus Produktionsstätten um, die nach hohen Nachhaltigkeitsstandards zertifiziert sind.
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Unser Beschaffungsmodell
Lieferantenauswahl
Für die Aufnahme einer Geschäftsbeziehung ist die Offenlegung der Lieferkette sowie mindestens ein gültiges Sozial- und Umweltzertifikat Voraussetzung. Wir bevorzugen vertikal produzierende Lieferanten, die möglichst Spinnerei, Weberei, Färberei und Näherei unter einem Dach ansiedeln und STeP zertifiziert sind. So arbeiten wir mit einer überschaubaren Anzahl an Lieferanten. Erklärtes Ziel ist eine langfristige, vertrauensvolle Kooperation. Konkret in Zahlen bedeutet das: Im Jahr 2024 wurden 96 % des Gesamtumsatzes mit neun strategischen Lieferanten getätigt. Diese strategischen Lieferanten sind STeP und/oder GOTS bzw. nach weiteren anerkannten hohen Standards wie bspw. Fairtrade, OCS, GRS, RCS zertifiziert. Die Geschäftsbeziehungen bestehen schon seit Jahren. Alle Dibella Lieferanten unterzeichnen unsere Antikorruptionsgrundsätze sowie den Lieferantenvertrag, in dem u.a. Kinder- und Zwangsarbeit ausgeschlossen wird. Wir übernehmen Verantwortung für die Auswirkungen unseres Handelns, Wiedergutmachung wird bei uns mitgedacht.
Lieferantenbewertung
Jährlich erstellen wir eine Lieferantenbewertung, die neben den marktüblichen Kriterien wie beispielsweise Service, Zuverlässigkeit und Preis/Leistung auch Zertifizierungen des Produktionspartners einbezieht. Ein Kriterium mit hoher Gewichtung sind Zertifikate, welche nach Umwelt/Chemikalienmanagement bzw. nach Sozialmanagement/Rohmaterial kategorisiert sind. Die Bewertung erfolgt durch die Einkaufsabteilung in Absprache mit der Geschäftsleitung. Ergebnisse der Bewertung werden den Lieferanten mitgeteilt und mit Ihnen besprochen. Mithilfe unseres Lieferantenmanagements erkennen wir, wo unsere Lieferanten weitere Unterstützung brauchen. Besteht konkreter Handlungsbedarf, definieren wir gemeinsam mit dem Produktionspartner einen entsprechenden Verbesserungsplan, dessen Umsetzung Dibella nachhält und auf Wunsch gerne aktiv unterstützt.
Besuche vor Ort
Zertifizierungen nach hohen Standards bilden ein zuverlässiges Kriterium zur Einschätzung, ob Lieferanten unsere Werte teilen. Dennoch sind sie nicht das alleinige Merkmal. Ebenso wichtig ist uns der persönliche Austausch mit Produktionspartnern, daher besuchen wir sie regelmäßig vor Ort. Unsere Lieferanten sind in Pakistan (Region Karachi, Faisalabad, Lahore), Indien (Region Tamil Nadu, Mumbai), China (Region Jiangsu), der Türkei (Provinz Denizli) und Tschechien (Region Jilmenice und Děčín, Ústecký kra) ansässig. Zudem sind unser Einkaufsleiter und unser Textilingenieur in den Produktionsstätten. Sie beraten Lieferanten, definieren gemeinsam umweltfreundliche, technologische Anpassungen und setzen diese auf Wunsch gemeinsam in den Produktionsstätten um. Der persönliche Austausch nicht nur mit der Geschäftsleitung des Lieferanten, sondern auch mit Arbeitern in den Produktionsstätten ist uns wichtig. So erfahren wir frühzeitig wo der Schuh drückt. Selbstverständlich sind wir uns bewusst, dass sprachliche Hürden hier deutliche Grenzen aufzeigen. Für einen umfassenderen Eindruck entwickelten wir den „Suppliers CSR Checklist Visit Report“. Die Checkliste behandelt Fragen rund um Sicherheit am Arbeitsplatz, Gesundheit sowie Umweltaspekte und dokumentiert unseren Besuch. Auch hier sind wir uns bewusst, dass das Ausfüllen der Checkliste unsere subjektive Wahrnehmung widerspiegelt und es weiterhin Verbesserungspotenzial gibt.
Unsere aktuell größten Herausforderungen in der Lieferkette
Bei allem Engagement sehen wir auch Herausforderungen in unserer Lieferkette, die wir im Zuge unserer eigenständig durchgeführten Risikoanalysen betrachten. Unsere Risikoanalysen werden mindestens jährlich aktualisiert und ggfls. anlassbezogen ergänzt. Zunächst ermitteln wir mithilfe des MVO-Risiko-Check die Länderrisiken in Bezug auf Textilien. Die benannten Risiken werden anhand des Bewertungsschema: Relevanz sowie Eintritts- und Aufdeckungswahrscheinlichkeit identifiziert und von uns bewertet. Die Priorisierung der identifizierten Risiken erfolgt unter Berücksichtigung von Ausmaß, Umfang und Behebungsmöglichkeit. Gleichzeitig definieren wir konkrete Maßnahmen auf Rohstoff- und Lieferantenebene zur Prävention bzw. Milderung eines möglichen Risikos.
Wir erläutern im Folgenden die fünf Kernrisiken

